Laotse: (ca. 500 v.Chr.)
Dass das Volk hungert,
kommt davon her,
dass seine Oberen zu viele Steuern fressen;
darum hungert es.
Dass das Volk schwer zu leiten ist,
kommt davon her, dass seine Oberen zu viel machen;
darum ist es schwer zu leiten.
Dass das Volk den Tod zu leicht nimmt,
kommt davon her,
dass seine Oberen des Lebens Fülle zu reichlich suchen;
darum nimmt es den Tod zu leicht.
Wer aber nicht um des Lebens willen handelt,
der ist besser als der, dem das Leben teuer ist.
Laotse: (ca. 500 v.Chr.)
Der Mensch, wenn er ins Leben tritt,
ist weich und schwach,
und wenn er stirbt,
so ist er hart und stark.
Die Pflanze, wenn sie ins Leben treten,
sind weich und zart,
und wenn sie sterben,
sind sie dürr und starr.
Darum sind die Harten und Starken
Gesellen des Todes,
die Weichen und Schwachen
Gesellen des Lebens.
Darum:
Sind Waffen stark, so siegen sie nicht.
Sind die Bäume stark, so werden sie gefällt.
Das Starke und Große ist unten.
Das Weiche und Schwache ist oben.